Gefahr durch Parabene in Kosmetikprodukten?

Parabene in Kosmetika

Was sind Parabene?

Parabene sind Konservierungsmittel, die in Kosmetika, Arznei- und Lebensmitteln eingesetzt werden, um diese effektiv vor Keimbefall zu schützen und so länger haltbar zu machen.

Sind Parabene gefährlich?

Die in den Produkten enthaltene Parabene werden zusammen mit den kosmetischen Wirkstoffen über die Haut aufgenommen, gelangen in den Blutkreislauf und können sich im Körper ablagern.

In Tierversuchen wurde bereits bestätigt, dass sich bestimmte Vertreter der Parabene (wie Propyl- und Butylparaben) negativ auf die Fortpflanzung auswirken. Sie stehen unter Verdacht,  eine ähnliche Wirkung wie Östrogene (weibliches Sexualhormon) zu haben. Auch die Gefahr eines erhöhten Brustkrebsrisikos wird diskutiert. Wie gefährlich Parabene jedoch tatsächlich sind, darüber streiten sich Wissenschaftler seit Jahren.

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In Dänemark sind Parabene zumindest in Kinderpflegeprodukten seit 2011 komplett verboten. In Deutschland dürfen Parabene weiterhin beigemischt werden,  jedoch müssen bestimmte Grenzwerte (z.B. Methylparabene bis max. 0,4 %) für Kosmetika eingehalten werden.

Nutzt man aber z.B. Duschgel, Körperlotion und Haarwachs in Kombination, kann sich die aufgenommene Menge an Parabenen schnell erhöhen und zusätzlich unklare Cocktaileffekte entstehen.  Dies gilt besonders für Produkte, die auf der Haut verbleiben (Leave-on-Produkte) wie z.B. Körper-Lotionen,  da mehr Wirkstoff vom Körper aufgenommen werden, als im Vergleich zu Produkten, die wieder abgewaschen werden (Rinse-off-Produkten) wie z.B. Shampoo.

In einer groß angelegten Studie von 60.000 Kosmetikprodukten hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) nachgewiesen, dass fast jedes dritte der untersuchten Produkte hormonell wirksame Chemikalien enthält.

Gibt es Alternativen zu Parabenen?

Es gibt bereits konventionelle Hersteller, die auf den Einsatz von Parabenen verzichten. Häufig werden aber stattdessen andere problematische Konservierungsmittel wie z.B. Methylisothiazolinon eingesetzt, welches ebenfalls z.B. zu Kontaktallergien führen kann.

Naturkosmetikhersteller verzichten im Gegensatz dazu gänzlich auf kritische Konservierungsmittel. Sie setzen stattdessen auf eine ausgefeilte Gesamtrezeptur und eine Verpackung, bei der möglichst wenig Luft an das Produkt kommt (z.B. ein Spender). Die Haltbarkeit dieser Produkte ist jedoch meist geringer als bei konventionellen Kosmetikprodukten (meist max. 6 Monate).

Was kann man sich vor Parabenen schützen?

Wie auch bei Nahrungsmitteln sollte man bei Kosmetikprodukten vor dem Kauf die Liste der Inhaltsstoffe prüfen.

Hinter folgenden Bezeichnungen der INCI-Liste verstecken sich Parabene:

  • Methylparaben
  • Propylparaben,
  • Ethylparaben
  • Butylparaben
  • Isobutylparaben
  • Isopropylparaben
  • Phenylparaben
  • Metagin
  • Propagin
  • Oxybenzoesäure/Oxybezoat
  • Hydroxybezoesäure/Hydroxybenzoat
  • PHB und Parahydroxybenzoat

 

Möchte man auf Nummer sicher gehen und komplett auf Parabene oder andere umstrittene Konservierungsmittel verzichten, greift man am besten zu Naturkosmetik oder wie Ich direkt zu Oliven– oder Kokosöl.

Ein aktueller Test der Zeitschrift Öko-Test von Körperlotionen zeigt außerdem,  dass Naturkosmetik nicht unbedingt immer teuer sein muss. Testsieger wurden die Bio-Körperlotionen von Rossmann und Dm, die nicht nur auf Parabene und andere umstrittene Konservierungsstoffe verzichten, sondern auch keine Paraffine, Erdölprodukte oder sonstige Silikonverbindungen enthalten.

Ebenfalls sehr zu empfehlen ist die kostenlose bzw. durch Spenden finanzierte App Toxfox des BUND. Fotografiert man den Barcode eines Produktes mit der Handykamera, erfährt man sofort, ob das Produkt künstliche Hormonstoffe enthält.

Im Netz gibt es außerdem mehrere Online-Petitionen, die Hersteller zum Verzicht auf Parabene in der eigenen Produktpalette auffordern. Durch seine Unterschrift kann man so zusätzlich den Druck auf die Großkonzerne erhöhen. Johnson & Johnson hat auf eine durchgeführte Petition zu Penaten bereits reagiert.

Hier noch zwei weitere Beispiele für Online-Petitionen:

Mein Fazit

Wie bei vielen anderen chemischen Zusatzstoffen, ist die tatsächliche Wirkung von Parabenen im Körper bisher nicht eindeutig nachgewiesen. Bewahrheiten sich aber die Bedenken vieler Wissenschaftler, sollte man um hormonell wirksame Chemikalien lieber einen Bogen machen.

Parabene sind außerdem nur einer von vielen chemischen Hilfs- und Zusatzstoffen, die wir täglich über Kosmetikprodukte, Reinigungsmittel, Medikamente oder Nahrungsmittel zu uns nehmen. Da kommt mit der Zeit ein ganz schöner Chemie-Cocktail zusammen, über dessen Wechselwirkungen man nur spekulieren kann. Gesund ist dies jedoch sicher nicht.

Da es genügend parabenfreie Alternativen gibt, warum also ein unnötiges Risiko für die eigene Gesundheit eingehen.

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Wie seht Ihr das?

 

Weitere Informationen zum Thema Parabene:

 

 

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