Was sind “Superfoods”?

Drei Sorten von Superfood Als “Superfoods” werden Nahrungsmittel (Früchte, Nüsse, Gemüse, Kräuter) bezeichnet, die über eine überdurchschnittlich hohe Konzentration an Nährstoffen (Vitaminen, Mineralien, Spurenelementen, sekundäre Pflanzenstoffe, Antioxidantien) verfügen und damit einen besonders positiven Effekt auf das Immunsystem, das Allgemeinbefinden und eine hohe Heilwirkung haben sollen.

“Superfoods are both – a food and a medicine…” David Wolfe

Doch nicht nur die hohe Konzentration, sondern auch die spezielle Zusammensetzung der Nährstoffe in den “Superfoods” scheint perfekt auf die Bedürfnisse des Menschen abgestimmt. Sie liefern genau die Arten von Proteinen, Vitaminen, Mineralien, Enzymen und essentiellen Fetten, die unseren Körper optimal unterstützen.

Welche Nahrungsmittel als “Superfood” bezeichnet werden dürfen, ist jedoch nicht ganz eindeutig, da der Begriff keine wissenschaftliche Definition sondern eher eine Marketingbezeichnung ist.

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David Wolfe hat sich in seinem Buch “Superfoods – the food and medicine of the future” bereits vor einigen Jahren sehr ausführlich mit diesem Thema befasst und gilt als Vorreiter und “Superfood-Guru”. In seinem Buch trägt er unzählige wissenschaftliche Quellen und Texte zusammen und liefert viele Infos zu Inhaltsstoffen, Wirkung, Einnahmeempfehlungen und leckere Rezepte.

David Wolfe definiert folgende Top-10 Superfoods:

 

Fängt man an zu recherchieren, findet man mittlerweile jedoch noch viele weitere Nahrungsmittel, die als “Superfood” bezeichnet werden, wie zum Beispiel:

 

Mittlerweile gibt es auch ein paar deutsche Bücher zu diesem Thema. Da Ich jedoch noch keines davon gelesen habe, freue Ich mich sehr über Eure Empfehlungen!

Welche “Superfoods” benutze Ich?

Die Liste der umworbenen “Superfoods” ist lang. Ich benutze bislang gerade mal eine Hand voll, diese dafür aber sehr gerne und regelmäßig. Hier meine persönlichen Favoriten:

ROHER KAKAO:

Rohkost Kakaopulver

Laut David Wolfe, ist Kakao das hochwertigste, vitalstoffreichste und komplexeste Nahrungsmittel, dass der Mensch je entdeckt hat.

Die Kakaobohne verfügt über so viele Antioxidantien, wie keine andere bekannte Pflanze (30x mehr als grüner Tee), das gleiche gilt für die vorhandene Menge an Magnesium, Eisen und Chrom.  Darüber hinaus wirkt sich Kakao positiv auf Blutbild und Knochenbau aus und hebt als natürliches Aphrodisiakum die Stimmung und das Energielevel.

Ich benutze Rohkost Kakao entweder in Pulverform oder als Kakao-Nips (ca. 2 mm große Stückchen). Am liebsten direkt im Smoothie, als “Heisse Schokolade” in warmer Kokosmilch oder in meinen geliebten Rohkost-Brownies. Weitere Kakao-Highlights sind natürlich die selbstgemachte Schokolade, das Schoko-Eis oder das vegane Schoko-Mousse.

GOJI BEEREN:

Viele rote Goji Beeren

Goji Beeren werden seit mehr als 5000 Jahren in der traditionellen chinesischen Medizin eingesetzt und gelten als lebensverlängernd, kraftspendend und energetisch als Lebensmittel der höchsten Ordnung.

Die rote Super-Beere enthält 18 unterschiedliche Arten von Aminosäuren und alle 8 essentiellen Fettsäuren. Zusätzlich noch bis zu 21 Spurenelemente, hohe Mengen an Antioxidantien, Eisen, Polysaccharide, B & E-Vitamine und viele weitere Nährstoffe.

Ich kaufe die Goji-Beeren getrocknet und mische sie mir meistens morgens direkt ins selbstgemachte Knusper-Müsli, den Hirsebrei oder den Ziegenkefir.  Schmecken aber auch super in Smoothies, im Salat oder Ich knabbere sie zwischendurch als Fingerfood mit ein paar Nüssen.

CHIA-SAMEN:

Chia Samen

Die in Deutschland eher als exotisch geltenden Chia-Samen wurden von den Mayas und Azteken in Südamerika bereits vor tausenden von Jahren als Grundnahrungsmittel und Heilsamen verwendet.

Chia-Samen haben unter den pflanzlichen Nahrungsmitteln den größten Anteil essentieller Omega-3 Fettsäuren, doppelt so viel Eiweiß wie andere Samen und die dreifache Menge an Antioxidantien wie Heidelbeeren. Der Anteil an Calcium, Eisen und Kalium ist ebenfalls überdurchschnittlich hoch.

Das wirklich besondere an den Chia-Samen ist jedoch ihre Quelleigenschaft, durch den sehr hohen Anteil an Ballaststoffen (15 Gramm Chia-Samen enthalten 5,6 Gramm Ballaststoffe). Fügt man etwas Wasser hinzu, verändern sie ihre Konsistenz und die Samen werden zu einer puddingähnlichen Masse. Dabei vergrößern sie ihr Gewicht um das neun- bis zehnfache.

Chia-Samen wandern bei mir ebenfalls ins selbstgemachte Knusper-Müsli, den Hirsebrei oder den Ziegenkefir. Die bindenden Eigenschaften nutze Ich bevorzugt im Smoothie, für Chia-Marmelade– oder Chia-Pudding (Rezept folgt).

HANFSAMEN:

Hanfsamen

Hanfsamen bestehen aus bis zu 33% reinem verdaulichem Eiweiß und sind damit die reichhaltigste natürliche Quelle pflanzlichen Proteins. Darüber hinaus sind die Samen reich an Eisen, Vitamin E sowie Omega-3-Fettsäuren. Will man seine Aufnahme an pflanzlichem Eiweiß erhöhen, sind Hanfsamen also genau das richtige.

Ich benutze die Hanfsamen ähnlich wie Chia, z.B. über meinen Kefir, dem Knusper-Granola oder direkt auf dem Salat.

KOKOSNUSSPRODUKTE:

Kokosöl der Alleskönner

Lange wurde fälschlicherweise angenommen, dass Kokosöl aufgrund des hohen Gehalts an gesättigten Fettsäuren eher ungesund wäre. Mittlerweile ist jedoch bekannt, dass die enthaltenden Laurin-, Caprin- und Carpylsäure viele gesundheitsfördernden Eigenschaften haben, das Immunsystem stärken und sogar Verdauung und Körperfettwerte normalisieren können.

Die Kokosnuss ist reich an allen B-Vitaminen und an Vitamin E, bei den Mineralstoffen und Spurenelementen dominieren Magnesium, Kalium, Phosphor, Calcium, Eisen, Mangan, Kupfer und Zink. Zur Not könnte sich der Mensch ewig alleine vom Wasser- und Fleisch dieser “Wundernuss”  ernähren ohne Mangel zu leiden.

Wie Ich schon in mehreren Artikeln geschrieben habe, bin Ich ein großer Kokosöl Fan. Ich benutze das Öl nicht nur zum Kochen sondern auch als Kosmetikprodukt. Neben dem Öl (in fast allen meinen Rezepten) koche Ich auch viel mit Kokosmilch, Kokosmehl und Kokosraspeln (z.B. Rohkost Zitronentarte, Kokos-Mandel-Makronen, Erdbeer-Kokos-Kugeln). Selbst Kokosblütenzucker habe Ich schon ausprobiert und war (bis auf den Preis) echt begeistert. Doch nichts geht über das Kokoswasser einer jungen (grünen) Kokosnuss – zum Niederknien.

Man, wie gerne hätte Ich eine Kokospalme im Hinterhof!

Mein Fazit – Superfood oder einfach nur Supermarketing?

Wie schon erwähnt, ist der Begriff “Superfoods” keine wissenschaftlich feststehende Definition, sondern ein Marketing-Begriff, unter dem in letzter Zeit immer mehr Nahrungsmittel angeboten werden.

Wie bei allen Ernährungsthemen lohnt sich also die eigene Recherche, das Prüfen der angebotenen Qualität und eine gesunde Skepsis, wenn einem “Allheilmittel” versprochen werden.

Die meisten der genannten Produkte sind eher hochpreisig und die Heilwirkung wird umstritten diskutiert. Daher muss jeder für sich selber entscheiden, ob und in welchem Umfang er “Superfoods” in seine Ernährung aufnehmen will.  Probieren geht ja bekanntlich über studieren!

Ich habe mit “Superfoods” bisher nur gute Erfahrungen gemacht und sie sind mittlerweile eine sehr liebgewonnene Ergänzung meines täglichen Speiseplans.  In manchen Gerichten würde Ich sie sogar als das Tüpfelchen auf dem “i” bezeichnen und besonders die Kakao– und Kokosnussprodukte möchte Ich auf keinen Fall mehr missen.

Den täglichen Fastfood-Konsum kann man mit ein paar Goji-Beeren jedoch sicher nicht ausgleichen, daher sollte aus meiner Sicht eine gesunde und naturbelassene Ernährung im Vordergrund stehen – Gesund geht natürlich auch ohne “Superfoods”!

Worauf sollte man beim Kauf achten?

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Wenn man schon zu “Superfoods” greifen möchte, sollte man auf eine zertifizierte Bio- und vor allem Rohkostqualität der Produkte achten. Viele der wertvollen Inhaltsstoffe wie z.B. Enzyme gehen bei einer Erwärmung von über 42° Grad nämlich sonst verloren.

 

 

16 Antworten
  1. Sehr guter Blog! Aber bei den Kokosnussprodukten bin ich im Zweifel…hast du schon mal die Meinung von Dr Michael Greger hierzu gehört, gelesen? Nutritionfacts.org ….
    Liebe Grüße und vielen Dank für diese schöne, informative Seite!

    1. Hallo Mama Cayenne,
      vielen Dank für Deine Nachricht und die Infos zum Kokosöl. Ich habe die Meinung von Dr. Michael Greger zu diesem Thema bisher nicht gelesen, schaue es mir aber sehr gerne an. Wie bei vielen anderen Nahrungsmitteln oder -gruppen gibt es besonders zum Thema gesättigte Fettsäuren sehr unterschiedliche Meinungen.
      Liebe Grüße aus Berlin
      Sandra

  2. […] Der Begriff Superfood ist momentan, so kommt es mir auf jeden Fall vor, in aller Munde und wird immer bekannter. Was alles darunter fällt, ist vielleicht vielen nicht so ganz klar, deshalb gibts hier noch schnell die Kurzfassung: Als Superfoods werden ganz einfach Nahrungsmittel bezeichnet, die eine überdurchschnittliche hohe Konzentration an wichtigen Nährstoffen wie Vitaminen, Mineralien oder Antioxidantien enthalten. Dadurch werden diese Nahrungsmittel besonders, weil sie einen besonders positiven Effekt auf das Immunsystem und das Allgemeinbefinden haben und ihnen außerdem eine Heilwirkung zugeschrieben wird. Welche Nahrungsmittel man als “Superfood” bezeichnen darf ist aber nicht eindeutig, denn der Begriff ist kein wissenschaftlicher, sondern stammt aus dem Marketing.¹ […]

  3. Toller Beitrag, die Natur bietet uns schon alles was wir brauchen, sogar um Krankheiten und Verletzungen rückgängig zu machen. Schon mal was von Moringa gehört? Meines Erachtens das Superfood schlecht hin!

    lg David

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