Alternative Bezeichnungen fuer Zucker

Wenn man seinen Konsum an raffiniertem Haushaltszucker minimieren möchte, wird es einem seitens der Nahrungsmittelindustrie nicht leicht gemacht. Selbst ein Blick auf die Zutatenliste vieler Lebensmittel bringt nicht immer eine klare Auskunft, wie viel Zucker im Produkt enthalten ist.

Generell gilt, dass die Inhaltsstoffe auf der Zutatenliste entsprechend der vorhandenen Menge aufgelistet werden. Inhaltsstoffe zu Beginn der Liste sind also in größerer Menge enthalten, als Inhaltsstoffe am Ende.

Da mittlerweile immer mehr Verbraucher auf dem Etikett aktiv nach dem Begriff “Zucker” suchen,  gibt es am Markt unterschiedliche Verschleierungstaktiken, um diesen Begriff gar nicht oder erst am hinteren Teil der Zutatenliste nennen zu müssen.

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Verbraucherzentralen decken versteckte Süßmacher auf

Einer dieser Tricks ist z.B. der Einsatz einer Vielzahl von Süßmachern mit unterschiedlichen Namen. So werden in der Zutatenliste viele Stoffe mit hohem Zuckergehalt wie etwa Glukosesirup oder Süßmolkepulver nicht als Zucker aufgeführt.

Die Folge: Die Vielfalt der verwendeten Süßmacher vertreibt Zucker von der Spitzenposition der Zutatenliste – dem Verbraucher wird auf den ersten Blick ein geringerer Zuckergehalt suggeriert.

In einem bundesweiten Marktcheck erhoben die Verbraucherzentralen bei 276 verarbeiteten Lebensmitteln die eingesetzten Süßmacher. Neben Zucker wurden 70 weitere Bezeichnungen für süßende und/oder zum Zuckergehalt in der Nährwerttabelle beitragende Zutaten gefunden.

“Die Angaben zu Zucker und Süßmachern auf Produktverpackungen verwirren Verbraucher oft mehr, als dass sie informieren.”

zieht die Verbraucherzentrale als Fazit und fordert ein eindeutigeres Gesetz zur Kennzeichnung der Zuckerarten (z.B: ein Ampelsystem).

 

Hier einige alternative Bezeichnungen für süßende und zum Zuckergehalt beitragende Zutaten:

  • Dextrin, Maltodextrin, Weizendextrin
  • Dextrose
  • Dicksaft, Fruchtextrakt, Fruchtsüsse, Apfelsüsse, Traubensüsse
  • Fruktose, Fruktose-Glukose-Sirup, Fruktose-Sirup
  • Gerstenmalz
  • Glukose, Glukose-Fruktose-Sirup, Glukosesirup
  • Inulin
  • Joghurtpulver
  • Karamellsirup
  • Konzentrierte Fruchtsäfte, Fruchtsaftkonzentrate
  • Laktose, Magermilchpulver, Vollmilchpulver
  • Maltose
  • Malzextrakt
  • Molkenerzeugnis, Molkenpulver, Süssmolkenpulver
  • Oligofruktose, Oligofruktosesirup
  • Raffinose
  • Polydextrose
  • Saccharose

Die komplette Liste der alternativen Bezeichnungen und noch weitere Tricks der Hersteller findet Ihr im ausführlichen Untersuchungsbericht der Verbraucherzentralen. Für eilige gibt es hier auch eine Kurzfassung.

 

Besonders hoher Zuckergehalt in Kinderprodukten

Was ebenfalls bei diesem Test aufgedeckt wurde, dass gerade Produkte, die speziell für Kinder beworben werden häufig höhere Zuckermengen enthalten, als vergleichbare Produkte für Erwachsene (z.B. spezieller Zwieback für Kinder im Vergleich zu herkömmlichem Zwieback). Erschreckend oder?

 

Fazit

Dieses Testergebnis bestätigt mir wieder einmal, dass man Fertigprodukte oder “industriell verarbeitete” Lebensmittel vermeiden oder wenigstens minimieren sollte. Außerdem wird deutlich, dass man als Verbraucher gegenüber der Nahrungsmittelindustrie den kürzeren zieht und sich gut informieren muss.

Selber zu kochen und auf unverarbeitete, vollwertige Nahrungsmittel zu setzen ist da für mich die sicherere Variante. Soll es trotzdem mal etwas “süßes” sein, hier meine Top-5 Alternativen zu Zucker.

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Was sagt Ihr dazu?

 

2 Antworten
  1. Michaela Jörg

    Liebe Frau Schara,
    Bei meiner Recherche zum Thema Zucker bin ich auf ihre Seite gestoßen. Ich bin angehende Lehrerin für das Unterrichtsfach Ernährung und Haushalt an der neuen Mittelschule und möchte das Thema Zucker in meiner Bachelorarbeit aufgreifen. Mir gefallen ihre Beiträge sehr und kann mich ihrer Meinung nur anschließen.
    Es würde mich sehr freuen wenn sie mir ein paar Literaturtipps geben könnten oder eventuell verfügen sie selbst über passende Broschüren. Literatur gibt es natürlich en Masse, aber es sollten seriöse Werke sein oder auch wissenschaftliche Daten.

    Hauptziel der Arbeit ist es einen Schulbezug herzustellen. Kinder sollen in der Schule für diese Thematik sensibilisiert werden. Ich möchte auch in meiner kommender Praxis den Unterricht dahingehend gestalten.

    Ich bin über jede Hilfe dankbar.
    Schöne Grüße
    Michaela Jörg

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