Babybrei selber machen: Unsere Erfahrungen und einfache Rezepte
Spätestens wenn die Babys die ersten Zähne kriegen oder anfangen einem alles vom Teller zu reißen, setzt man sich mit folgenden Fragen rund um die Beikost auseinander:
Ab wann sollte man Zufüttern?
Wie fängt man an?
Und womit?
Brei oder feste Kost?
Aus dem Gläschen oder lieber selber kochen?
Muss es immer Bio sein?
Fleisch oder vegetarisch?
Wie auch bei allen anderen Themen rund um den Nachwuchs gibt es (wer hätte es gedacht) unzählige Empfehlungen, Bücher und Erfahrungsberichte zur Orientierung. Dazu kommt dann noch das eigene Baby mit ungeahnten Vorlieben und Abneigungen.
Letztendlich muss man seinen eigenen Weg finden und viel ausprobieren. Ich habe mich z.B. nicht an strenge Vorgaben gehalten, wie jede Gemüse- oder Obstsorte eine Woche auszuprobieren. Bei uns in der Familie gibt es aber auch keine Allergien und unser Sohn hat bisher keine negativen Reaktionen auf das Essen gezeigt (klopf, klopf, klopf).
Du bist unsicher, ob dein Baby schon bereit für den ersten Löffel ist? Prüfe hier die 5 wichtigsten Beikost-Reifezeichen.
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Babybrei-Check: Das lernst du in diesem Artikel
Selbermachen vs. Kaufen: Warum Selberkochen oft einfacher ist als gedacht.
Meal Prep für Babys: Wie du mit nur 1x Kochen pro Woche auskommst.
Rezepte & Kombis: Welche Obst- und Gemüsesorten perfekt harmonieren.
Sicher Einfrieren: Worauf du bei Gläsern unbedingt achten musst.
Brei oder BLW? Unser holpriger Start in die Beikost
Eigentlich wollten wir mit ca. 7 Monaten ganz ohne Brei starten (à la Baby Led Weaning). Beim ersten gekochte-Möhren-knabbern hat der Kleine sich dann aber so doll verschluckt, dass wir nach einem großen Schreck doch erstmal mit Brei bzw. breiartigen Lebensmitteln (z.B. Banane, Avokado) weitergemacht haben. Mittlerweile sind wir bei einer Mischung aus Brei und festen Obst- und Gemüsesorten, damit auch was zum Kauen und Anfassen dabei ist.
Babybrei selber machen: Warum es sich lohnt
Ich habe mich dafür entschieden, den Brei selber zu machen, weil Ich genau wissen wollte, was drin ist. Außerdem ist das Selbermachen sehr einfach, nicht wirklich zeitaufwendig und spart sogar noch Geld. Ich koche gerade 1x die Woche vor und friere die Gläschen ein.
Vorkochen & Einfrieren: So sparst du Zeit im Alltag
Wichtig beim Einfrieren in Glasbehältern: Etwas Platz zum Rand freilassen, da sich der Brei beim Einfrieren ausdehnt. Die Gläschen* stelle Ich entweder am Abend zum Auftauen in den Kühlschrank oder erwärme sie direkt im Wasserbad. Obst- und Gemüsebrei habe Ich am Anfang pur gefüttert, mittlerweile gebe Ich noch etwas Getreideflocken (z.B. Hirse, Reis, Gries etc.) dazu. Silikonbehälter* eignen sich natürlich auch zum Einfrieren.
Obstbrei selber machen: Die besten Sorten für den Start
Es lassen sich fast alle Obstsorten nach Bedarf mischen, am Anfang vielleicht etwas blanchieren und mit etwas Wasser in der Küchenmaschine* pürieren oder einfach mit der Gabel zerdrücken.
Hiermit haben wir angefangen:
Apfel
Avokado
Aprikose
Banane
Birne
Mango
Melone
Pfirsich
Trauben
Herzhafter Gemüsebrei: Mein einfaches Baukasten-System
Ich kombinieren meistens eine Gemüsesorte mit Kartoffel oder Süßkartoffel. Manchmal mixe Ich aber auch einfach mehrere Gemüsesorten zusammen. Kann man wild variieren. Ich dünste das Gemüse und die Kartoffeln in einem Dünstaufsatz aus Bambus* (gibt's für wenig Geld in jedem Asia-Laden) auf einem kleinen Topf mit kochendem Wasser. Geht natürlich auch ohne Dünstaufsatz mit wenig Wasser direkt im Topf. Ist das Gemüse gar, wandert es mit einem Schuss Wasser und etwas Leinöl, Kokolsöl oder Avokado in der gewünschten Kombination in den Zerkleinerer* und dann direkt ins Schraubglas.
Hier ein paar allgemeine Infos Rund um die Beikost, an denen man sich erstmal grob orientieren kann:
1. Zeitpunkt für die Einführung von Beikost
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfehlen, frühestens ab dem vollendeten 4. Monat, aber spätestens mit Beginn des 7. Monats mit der Beikost zu beginnen.
Das Baby sollte reif für Beikost sein, erkennbar an:
Sicherem Kopf- und Nackenhalten
Interesse an Essen (zum Beispiel greift es nach dem Essen der Eltern)
Der Zungenstoßreflex (Herausschieben von fester Nahrung) hat nachgelassen.
Weitere Infos zu allen Fragen Rund um die Beikost-Einführung findet ihr auch noch in diesem Artikel hier.
2. Grundregeln für selbstgemachten Babybrei
Frisch und nährstoffreich: Möglichst frische, saisonale Zutaten verwenden.
Kein Salz oder Zucker: Babys Nieren können Salz noch nicht gut verarbeiten, und Zucker fördert Karies und Gewöhnung an süßen Geschmack.
Fetthinzufügen: Babys brauchen Fett für die Gehirnentwicklung. Empfehlenswert sind 1 TL hochwertiges Öl pro Portion (z. B. Rapsöl oder Leinöl).
Allergene nicht meiden: Neue Erkenntnisse zeigen, dass eine frühe Einführung potenzieller Allergene (z. B. Ei, Fisch, Erdnuss, Gluten) sogar das Allergierisiko senken kann. Wichtig ist, sie in kleinen Mengen und einzeln zu testen.
Sorgfältige Hygiene: Selbstgemachter Brei sollte frisch zubereitet oder rasch gekühlt/gefroren werden, um Keimbildung zu vermeiden.
3. Welche Lebensmittel eignen sich für den Start?
Klassische erste Breisorten:
Karotte, Pastinake, Kürbis, Zucchini, Kartoffel, Süßkartoffel
Apfel, Birne, Banane (möglichst gedünstet, nicht roh am Anfang)
Mildes Getreide wie Hirse, Hafer oder Reisflocken
Proteinquellen für später:
Mageres Fleisch (z. B. Rind, Huhn)
Fisch (z. B. Lachs für Omega-3-Fettsäuren)
Gekochtes Ei
Hülsenfrüchte (z. B. Linsen, Erbsen – sehr fein püriert)
4. Welche Lebensmittel sollten vermieden werden?
Honig (Gefahr von Botulismus bei Babys unter einem Jahr)
Rohmilchprodukte, rohes Ei, rohes Fleisch oder Fisch (wegen Keimen)
Nüsse und harte Lebensmittel (Erstickungsgefahr – nur fein gemahlen oder als Mus)
Blattgemüse wie Spinat oder Mangold in großen Mengen (hoher Nitratgehalt kann problematisch sein)
Kuhmilch als Hauptgetränk (erst ab dem 1. Lebensjahr in größeren Mengen empfohlen)
5. Breifahrplan: Die klassische Einführung nach dem 3-Phasen-Modell
1. Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei (Mittagsbrei, erster Brei)
2. Milch-Getreide-Brei (Abendbrei, ca. 4 Wochen nach Einführung des ersten Breis)
3. Getreide-Obst-Brei (Nachmittagsbrei, etwa 4 Wochen nach dem Abendbrei)
Alternativ gibt es das oben erwähnte Baby-led Weaning (BLW), bei dem das Baby von Anfang an feste Nahrung in Stücken bekommt. Das setzt aber voraus, dass das Baby sicher sitzen und Nahrung selbst greifen kann.
Am Ende ist das Wichtigste, auf dein Baby und dein Bauchgefühl zu hören. Bei meinem ersten Kind habe ich mich selbst unter Druck gesetzt, alles nach Plan zu machen – doch er wollte nach sechs Monaten einfach noch nicht viel essen und war mit Stillen eigentlich vollkommen zufrieden. Meine Tochter hingegen zeigte viel früher Interesse an fester Nahrung, ganz ohne Stress. Jedes Kind ist anders, und es gibt keinen starren Plan, der für alle funktioniert. Lass dich nicht verrückt machen, sondern finde den Weg, der für euch am besten passt – ganz in eurem eigenen Tempo! ❤️
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